DRK-Schwesternschaft Essen: 100 Jahre für die Pflege

Im Jahr 2013 konnte die DRK-Schwesternschaft Essen auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken. Vieles hat sich verändert, aber unser zentraler Anspruch gilt damals wie heute: Qualität und Menschlichkeit in der Pflege.

Am 29. Januar 1913 wird die Errichtung der Stiftung „Rheinisches Mutterhaus vom Roten Kreuz in Essen“ genehmigt. In den „Städtischen Krankenanstalten“ in Essen – gegründet vier Jahre vorher – übernehmen 34 Schwestern pflegerische Aufgaben; neunzehn Schwesternschülerinnen und vier Hilfsschwestern lernen Krankenpflege in einer Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Essen.

Humanität und Zerstörung
Im Oktober 1919 wird ein erstes Mutterhaus am Hohlweg in Essen eingeweiht. 1929 zählt die Essener Schwesternschaft bereits 250 Schwestern, darunter 70 sogenannte Lernschwestern. Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) sterben acht Schwestern bei humanitären Einsätzen. Das Mutterhaus und die Städtischen Krankenanstalten Essen werden bei Bombenangriffen im Oktober 1944 nahezu vollständig zerstört.

Neubeginn und Wachstum
Nach dem Krieg arbeiten die Schwestern verstreut in unterschiedlichen Krankenanstalten und Heilstätten im Rheinland und in Niedersachsen. Im November 1945 wird in Westfalen eine Krankenpflegeschule gegründet. Sie bietet über 100 Schwestern und Schülerinnen aus Essen vorübergehend eine Heimat.
1952 wird das neu errichtete Mutterhaus im Hohlweg 8 eingeweiht und zum neuen Zentrum einer stetig wachsenden Gemeinschaft. Zu Beginn der 60er Jahre zählt die Schwesternschaft 249 Schwestern, neun Hilfsschwestern, 186 Schwesternschülerinnen sowie 32 Vorschülerinnen. Am Ende des Kriegs erhält die DRK-Schwesternschaft von der Stadt Essen den Auftrag ihre Schwestern, Schwesternschülerinnen nach Essen zu holen, damit die städtischen Kliniken wieder aufgebaut werden können. Damit wurde der Grundstein zu einer Monopolstellung gelegt. Auch mit der Einrichtung einer Universitätsklinik in Essen 1975 wird die Zusammenarbeit mit dem Land NRW in gleicherweise fortgeführt.

Professionalisierung und Wandel
Mit einem neuen Krankenpflegegesetz wird 1965 die Pflege deutlich professionalisiert: Die Zahl der Unterrichtsstunden erhöht sich von 450 auf 1.200, die Ausbildungsdauer wird auf drei Jahre festgesetzt. 1973 wird aus den Städtischen Krankenanstalten in Essen das Universitätsklinikum Essen.
Die DRK-Schwesternschaft verstärkt die Weiterbildung ihrer Mitglieder: Eigene Lehrkräfte vermitteln die neuesten Pflegekenntnisse in Fachbereichen wie Operationsdienst, Onkologie, Intensivpflege oder Anästhesie. Auch für die wachsende Zahl an Führungsaufgaben in der Pflege werden Fortbildungsangebote entwickelt. Die Schwesternschaft Essen ist oftmals Vorreiter im Verband der Schwesternschaften: So werden 2005 erstmals Krankenpfleger als Mitglieder aufgenommen.

Neue Dienstleistungen in der Pflege
Den Veränderungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, ausgelöst beispielsweise durch die demografische Entwicklung, trägt die DRK-Schwesternschaft Essen frühzeitig Rechnung:
2005 führt sie einen ambulanten Pflegedienst ein, es folgt eine Pflegeberatung in Kooperation mit dem DRK Kreisverband Essen.

Seit 2013 bietet die Pflegeberatung ein umfassendes Angebot an Schulungen und Kursen für pflegende Angehörige, Senioren und für Menschen mit Unterstützungsbedarf an.

Das Angebot der Schwesternschaft, die Gestellung von professionellen Pflegenden, wird durch Abschluss von Kooperationsverträgen mit Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in der Rhein-Ruhrmetropole weiter ausgebaut.

Weiterführende Informationen

Die Geschichte der DRK-Schwesternschaften
http://www.rotkreuzschwestern.de/historie.html

Deutsches Rotes Kreuz
http://www.drk.de/